Echinger Dialog

Die Idee

 

Mit der Gesprächs- und Vortragsreihe mit bekannten und weniger bekannten Gästen möchte die evangelische Kirchengemeinde künftig die Echinger in das Gemeindezentrum einladen. Unter dem Titel «Echinger Dialog» soll es sowohl zu aktuellen, gesellschaftlich relevanten, aber auch theologischen Themen rund 5-6 mal im Jahr einen ganz neuen Blick und vor allem ganz offene Diskussionen geben. "Dies können überraschende Vorträge, aber auch Podiumsdiskussionen sein. Wir versuchen eine Mischung aus bekannten Autoren und Menschen aus unserer Gemeinde oder Umgebung für einen spannenden Abend zu gewinnen", erklärt Pfarrer Markus Krusche das Konzept. Dabei sollen immer wieder ganz verschiedene Gruppen in Eching angesprochen werden. So gehören zum Programm beispielsweise spezielle Themen für Frauen wie auch Vorträge für Jugendliche. Eintritt wird nicht erhoben.

Pfarrer Markus Krusche hofft, dass es bei der neuen Veranstaltungsreihe ebenso Interesse an Glaubensthemen geben wird. Der neue Kirchenvorstand möchte das Programm in alle Richtungen weiter ausbauen. "Wir freuen uns über neue und bekannte Gesichter im Gemeindezentrum, über nützliche Informationen und neue Gedanken und auch über neue Impulse für Eching." Der «Echinger Dialog» soll also genau das sein, was sein Name verspricht.

 

 

3. Echinger Dialog am 27. September 2021: Vom Binden und Lassen

Soll man Babys verwöhnen oder eher nicht? Soll man kleinen Kindern möglichst viele Freiheiten gewähren oder lieber nicht? Ist das Binden an die Eltern wirklich so wichtig für die spätere Zukunft der Kleinen? Fragen, die sich Mütter und Väter immer intensiver stellen. Denn die Ansichten und auch die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse dazu haben sich sehr verändert, berichteten die Diplom-Pädagogin Kestin Leupold und die Stillberaterin Ann Etienne beim 3. Echinger Dialog in der Magdalenenkirche.

So hieß es noch vor 20 Jahren: "Nach Bedarf stillen verwöhnt das Baby"! Und es wurde auch geraten, im absolut festgelegten Vier-Stunden Rhythmus zu stillen. Ob das Baby es nun wollte oder nicht. Viele Babys schliefen nachts auch ganz alleine im Nebenzimmer. Das das gefährlich sein kann, weiß man dagegen heute. Aber es gibt noch einen weiteren Grund, dass das Baby besser am Anfang bei den Eltern schläft: "Denn gerade das erste Lebensjahr ist die wichtigste Zeit für eine spätere feste Bindung zwischen Eltern und Kind", sagte Stillberaterin Anne Etienne. Und dass Kinder feste Bindungen wirklich benötigen, um sich später nachweislich leichter und selbstbewusster ihren eigenen Platz im Leben aufbauen zu können, das haben viele Studien mittlerweile deutlich belegt. Wie baut man aber bei einem Baby schon die Beziehung richtig auf? Viel Zeit nehmen, sei das Wichtigste, sagt Ann Etienne. Ihr Tipp: das Baby beim Stillen auf die nackte Haut nehmen, denn der Körperkontakt intensiviert die Bindung. Es werden sogar nachweislich so mehr Bindungshormone ausgeschüttet. Schöner Nebeneffekt: die Babys werden ruhiger beim Stillen und fühlen sich auch umso mehr geborgen.

Auch die zweite Referentin, die Diplom-Pädagogin Kerstin Leupold, unterstrich die Bedeutung einer engen Beziehung zu Kleinkindern: eine sichere Beziehung ist ein Schutzfaktor für junge Erwachsene bei Belastungen später im Leben. "Wenn Eltern keine Zeit für ihre Kinder haben, es oft sogar massive Vernachlässigungen gibt, können keine festen emotionalen Bindungen mehr aufgebaut werden. Die Folge: nicht nur mangelndes Selbstbewusstsein sondern auch akute Lernschwierigkeiten. 

Doch genauso wichtig ist es für junge Eltern, den Kindern auch die nötigen Freiheiten zu lassen: sie zu neuen Wegen zu ermutigen und zu berücksichtigen, dass dabei der Weg des Kindes nicht immer mit den Vorstellungen der Eltern übereinstimmen kann. Kerstin Leupold: "Loslassen heißt allerdings auch nicht, Kinder immer und überall gewähren zu lassen." Statt zu langer Erklärungen muss auch mal ein ernstgemeintes "Nein" klar und deutlich ausgesprochen sein. Aus der Forschung berichtete sie, dass Kinder zu 55 Prozent zuerst auf die Körpersprache der Eltern reagieren, zu 38 Prozent auf den Klang der Stimme und nur zu sieben Prozent auf die Worte. Lange Erklärungen können so leicht ins Leere laufen.

Positive Nachricht des 3. Echinger Dialoges aber: Bindungen sind nicht für alle Zeiten festgelegt, das heißt "es kann einiges noch nachgeholt werden". Auch weitere Vertrauenspersonen wie Großeltern oder nahe Bekannte können als Bindungspartner für Kleinkinder da sein. Was sollen Eltern also machen, damit es mit der Bindung klappt und auch ein Loslassen möglich ist? Kerstin Leupold sagt es so: "Bilden Sie eine Sicherheitskreis um ihr Kind, seien sie größer, stärker, klüger und vor allem immer aber liebenswürdig. Denn Kinder brauchen einen sicheren Hafen." Dann kann man sie auch mal loslassen und selber Erfahrungen sammeln lassen, ohne Angst um die Kinder haben zu müssen. Sie werden immer in ihren sicheren Hafen wiederkommen: sei es um sich trösten zu lassen oder aber auch natürlich zum Berichten von neuen positiven Erlebnissen und Erfahrungen.

2. Echinger Dialog am 17.10. 2019: Europa ist keine Selbstverständlichkeit  

Mehr Austausch mit den Partnerstädten und mehr Engagement für das gemeinsame Europa der Bürger waren die zentralen Anliegen an einem diskussionsreichen Abend mit rund 60 Zuhörern. Der dpa-Journalist Roland Siegloff las zu Beginn aus seinen Büchern "Reise zu den letzten Grenzen" und "Wolke sechs" und berichtete von vielen positiven Begegnungen mit den Menschen, aber auch von den vielen namenlosen Gräbern der ertrunkenen Flüchtlinge in Spanien und Griechenland - beklemmende Orte, über die in der Öffentlichkeit kaum jemand zu sprechen wagt.
Roland Siegloff erzählte von verschwundenen Grenzen im heutigen Europa, wie die ehemalige innerdeutsche Grenze oder zu den Staaten des ehemaligen Ostblocks. Und er wies auf Grenzen hin, die alleine die Sprache sehr deutlich zu ziehen vermag: in Belgien kann der französisch sprechende kaum mehr mit dem niederländisch sprechenden Teil der Bevölkerung kommunizieren, was deutliche Konsequenzen in dem Land bei der sehr schwierigen Regierungsbildung nach sich zieht. Europa müsse eben auch, und erst recht mit seinen Sprachen gelebt werden.

1. Echinger Dialog am 23. Mai 2019: Ein Mann ist doch keine Altersvorsorge

Rund 50 Zuhörer, vorwiegend Frauen, fanden sich beim Start der neuen Diskussionsreihe im evangelischen Gemeindezentrum ein. Unter dem Titel "Ein Mann ist doch keine Altersvorsorge" gab Helma Sick, Buch-Autorin und langjährige Kolumnistin der Zeitschrift Brigitte, praktische und gezielte Ratschläge, wie "frau" sich schon ab Ende 20 rechtzeitig vorbereitet, um nicht an das Existenzminimum in der Rente zu geraten.